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Manöver im Wendland

Freigelände_Übung

in der Woche vom 11. bis zum 16. November erreicht der Freigelände-Teil eines Manövers das Wendland. Viele Menschen nehmen das zum Anlass, ihren Widerspruch deutlich zu machen gegen eine Politik, die die Gesellschaft "kriegstüchtig" machen will.

Um gemeinsam handlungsfähig zu werden, ist es wichtig, dass viele Leute die Augen offen halten, und, dass die Beobachtungen zusammengetragen und öffentlich zugänglich gemacht werden. Zwei Dinge sind hierfür eingerichtet:

> das Telefon: 0163 - 52 74 52 0

Bitte nennt möglichst konkret, was ihr wann und wo gesehen, gehört oder erlebt habt

> der Ticker: manoever.aktionsticker.org

speichert diese Adresse auf eurem Handy! Im Moment ist da natürlich noch nichts zu sehen, aber sobald Meldungen einlaufen, werden sie dort zu sehen sein

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weitere Treffen für Information und Beratung:

Sonntag, 12. November, 15.00 Uhr
KuBa Hitzacker, Nähbar

ab Montag: täglich um 18 Uhr an der Feuertonne in Meuchefitz
Bezugsgruppenfindung und -training

Infomobil am Elbe-Seitenkanal (Ort wird noch bekanntgegeben)
wandert am Dienstag abend zur Jeetzel


Pressemitteilung
zum angekündigten Nato Manöver im Wendland

von der Kampagne „MANÖVER NÖ!“
10.11.2023

Gegen Kriegsvorbereitungen
im Wendland und anderswo!

In einem Artikel der Elbe-Jeetzel mit der irreführenden Überschrift „Viel Lärm um nichts“ (EJZ vom 8.11.2023), wurde dargestellt, dass das bevorstehende NATO-Manöver das Wendland kaum beziehungsweise gar nicht betreffen würde. Tatsächlich aber liegen dem Ordnungsamt des Landkreises Lüchow-Dannenberg keine Absagen zum angekündigten Manöver vor. „Wie eine Mitarbeiterin des Ordnungsamt aktuell bestätigte, geht die Behörde weiterhin davon aus, dass diese Freilandübung wie angemeldet stattfinden wird.“ so Rosa Panzer, eine der Sprecher:innen der Kampagne „Manöver Nö!“ Das Ordnungsamt hatte im August diesen Jahres darüber informiert, dass die Durchführung einer militärischen Übung bzw. Manövers "mit den nachstehend aufgeführten Angaben" beim Landkreis Lüchow-Dannenberg angemeldet wurde. „Aufgrund dieser Informationslage halten wir weiter an der Mobilisierung gegen das NATO-Manöver fest!“ wie die Sprecherin der Kampagne betont.

Laut besagtem Schreiben umfasst das Manöver den Zeitraum vom 3.11. — 1.12.2023; 2.500 Soldat*innen der Niederländischen Streitkräfte, 350 Radfahrzeuge und 32 Kettenfahrzeuge sind daran beteiligt. Die Verwendung von Munition sei vorgesehen; der Hauptteil der Gesamtübung findet auf den Truppenübungsplätzen Bergen und Munster als Schiess- und Gefechtsübung statt.

Ergänzt werden diese Angaben durch den Vermerk "FTX-Übung". In der Sprache des Militär steht diese Abkürzung für „Field Training Exercise, freilaufende Übung der Volltruppe". Mit anderen Worten: für diesen Teil des Manövers verlassen die übenden Einheiten sehr wohl die begrenzten militärischen Räume und begeben sich ins freie Gelände. Begegnungen mit der Bevölkerung oder auch Einschränkungen sind nicht ausgeschlossen; aus diesem Grund wurden die Gemeinden ja überhaupt unterrichtet.

Einzelheiten zu diesem Teil des Manövers sind einem beigefügten Blatt (siehe oben) zu entnehmen: der Zeitraum der Freilandübung ist vom 11. - 16.11.2023. Als Ort wird auf das beiliegende Kartenmaterial verwiesen. Dieses zeigt schematisch Flächen im Landkreis Uelzen sowie im Wendland. Konkretisiert wird die Kartenabbildung des Militärs mit dort abgebildeten 5 Phasen. Für die Phase 3 ist der Raum um den Elbe-Seiten-Kanal skizziert; Phase 4 zeigt den Raum um den Jeetzel-Kanal. Charakterisiert ist diese FTX-Übung als "Recce Reload". Es geht also um eine Trainingseinheit für Aufklärung und Nachschub.

Kriegsübungen sind nicht „Nichts“!

Täglich erreichen uns schreckliche Bilder von Tod und Zerstörung aus diversen Kriegsgebieten. Immer mehr wird auf die Option Krieg als Fortführung der Politik mit anderen Mitteln gesetzt anstatt auf zivile Konfliktlösungen. Wir wollen uns nicht an diese Bilder gewöhnen und wollen nicht, dass vor unserer Haustür das Töten von Menschen geprobt wird. Der Verteidigungsminister erklärt, Deutschland und Europa müssten kriegstüchtig werden. Für genau diese Absicht steht auch dieses Manöver. „Wir finden, Kriegsübungen sind nicht „Nichts“! - auch wenn diese 2500 Soldaten, 32 Panzer sowie 350 Radfahrzeuge nur die Spitze eines riesigen Eisbergs darstellen." wie die Sprecherin von „Manover Nö“ hinzufügt.

„Deshalb rufen wir weiterhin zu Protest, zivilem Ungehorsam und Widerstand auf und bleiben weiter wachsam.“ so „Rosa Panzer“ und fügt hinzu: „Lasst uns ein deutliches Zeichen gegen eine Politik setzen, die die Gesellschaft auf Kriegsbereitschaft und - fähigkeit trimmen will!“ - und weist darüber hinaus auf „weitere Begleiterscheinungen dieser unschönen Veranstaltung“ welche die Zerstörung von Straßen, landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie Flora und Fauna zu Folge habe, „mal ganz abgesehen von der katastrophalen Co2 Bilanz“ wir Rosa Panzer spöttisch anmerkt.

Die Sprecherin der Kriegsgegner*innen verweist auf den Infopunkt beim Gasthof Meuchefitz, der ab Samstag den 11.11. besetzt sein soll und den Aktivist*innen bis zum Ende des Manövers als Anlaufpunkt dienen soll. Sie fordert dazu auf, „sich auf dem Laufenden zu halten und auf weitere Ankündigungen zu achten. Abrüstung ist Handarbeit!“

Es wird weitere mobile InfoPunkte geben. Orte und Zeiten werden noch bekannt gegeben.